Briefe aus Japan, Tag 1

Minako Gooooooo~d Evening, Minato-ku!

Umeko Und auch ich wünsche euch ein etwas weniger enthusiastisches Konban wa, minna aus dem Land der Aufgehenden Sonne.

Minako Ach komm schon, Ume-chan, ist doch alles gut gegangen.

Umeko Ja, am Ende hatten Herrin und ihre Begleitung dann doch noch ziemliches Glück, aber vielleicht sollten wir vorne beginnen mit dem Erzählen?

Minako Wie weit willst du denn zurück? Bis zu der Stelle, wo die Sicherheit am Fraport Herrin und ihre Tasche rausgepickt hat, weil sie dachten, die Spiele-Speicherkarten für ihren DS seien gefährliche unidentifizierte Chips?

Umeko Nein, ich glaube, es reicht, wenn wir bis zu der Stelle springen, an der Herrins Begleitung eine Viertelstunde vor dem Boarding auffällt, dass er seine Kreditkarte nicht eingesteckt hat.

Minako Ja, die beiden waren schon kurz davor, einfach gar nicht in den Flieger zu steigen, insbesondere weil Herrin ja keinen so großen Kreditrahmen hat, dass sie davon die vierzehn Tage Doppelzimmer zahlen könnte. Glücklicherweise hatte ihr Begleiter genügend Bargeld dabei, um zumindest das Hotel und auch die Versorgung mit Lebensmitteln abzudecken – aber für Ausflüge sah es schon echt eng aus, von Shopping gar nicht zu spechen.

Umeko Glücklicherweise gelang es den beiden aber, eine andere Geldquelle aufzutun.

Minako Wie das wieder klingt, Ume-chan! Als ob Herrin ihren Körper verkauft hätte!

Umeko Du hast ein sonderbares Bild von diesem Land. Nein, die Lösung ist viel einfacher. EC-Karten, die hier an den ATMs als Kreditkarten erkannt werden. Die Gebühren sind horrend, aber das ist eben der Preis, den man für Schusseligkeit zahlen muss.

Minako Ich liebe dieses Land, Ume-chan, und das solltest du auch wissen. Die Höflichkeit der Menschen, die Eindrücke, die Kultur, das tägliche Leben und nicht zuletzt die Landschaften – Japan hat mich verzaubert, als ich vor vier Jahren das erste Mal hier war. Will ich hier leben und arbeiten? Nein, weil es nicht meine Kultur ist. Möchte ich so viel wie möglich vom Land sehen? Yes, eintausendmal Yes!

Umeko Nun, dazu wirst du Gelegenheit bekommen, das sei dir versprochen. Wegen der Enttäuschung über „Kreditgate“ hat Herrins Begleiter bereits eines der Ziele verraten, obwohl er sie damit überraschen wollte.

Minako Dann bist du jetzt besser still, damit unsere Leser dann überrascht sind. Erzähl mir stattdessen, was wir morgen unternehmen, nachdem unser erster Tag hier weniger dem Tourismus gewidmet war.

Umeko Sagen wir mal, es hat mit einem gewissen japanischen Anime-Studio zu tun, und ein Katzenbus ist vielleicht auch involviert.

Minako Ooh! Das wird in den kommenden Tagen schwer zu übertreffen sein! Immerhin gibt es morgen dann aber auch die ersten Fotos – dazu hat uns heute nämlich ein wenig der Kopf gefehlt.

Umeko Versprich nichts, was du nicht halten kannst. Im Ghibli-Museum darf man leider nicht fotografieren. Aber trotzdem geht unser Bericht dann ab morgen so richtig los. Und wir werden uns wie die letzten beiden Male auch große Mühe geben, uns wieder in das eine oder andere Bild zu schmuggeln.

Minako Aber für heute machen wir hier Schluss. Es ist ja auch schon neun Uhr am Abend. Wir springen jetzt noch schnell unter die Dusche, und dann geht’s in die Federn.

Umeko Dem schließe ich mich an; Minako kann auch schon kaum noch die Augen offen halten. Also gute Nacht – und noch einmal unsere aufrichtige Entschuldigung, dass es heute noch nichts zu gucken gibt. Wir sehen uns morgen!

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